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Rathaus-Post 46. KW 2020

Tempo 30

Liebe Duracherinnen und Duracher,


kaum ein Thema sorgt für soviel Aufmerksamkeit und Diskussion wie das Thema Tempo 30. Der Gemeinderat in seiner neuen Zusammensetzung zeigt denn auch, wie wichtig ihm dieses Thema ist und wie bereit er ist, auf Bürgerwünsche einzugehen.
Grundsätzlich muss man wissen, dass – auch wenn die Gemeinde bei gemeindlichen Straßen zuständig ist – immer die Zustimmung der Polizei für Neuregelungen notwendig ist. Daher rührt auch der sehr verständliche Wunsch der Polizisten, möglichst ein Gesamtkonzept für einen Ort vorzulegen und nicht wegen jedem Straßenzug die Dienstleistung der Polizei einzufordern. Dieses Gesamtkonzept wird der Gemeinderat vorlegen und dabei darauf achten, wo Geschwindigkeits-begrenzungen Sinn machen und wo nicht.
Im Durchschnitt stehen alle 16 m ein Verkehrsschild an den Straßen. Damit ist für ein gewaltige Reizüberflutung gesorgt, denn niemand ist in der Lage, all diese Hinweise, Gebote und Verbote aufzunehmen und umzusetzen.
Bürgerinnen und Bürger, die bei uns vorsprechen und sich eine oft zusätzliche Beschilderung wünschen, gehen wie selbstverständlich davon aus, dass diese Schilder auch gesehen und beachtet werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass nur die konsequente Ahndung von Verkehrsverstößen zu einem Umdenken führt. Haben Sie schon bemerkt, dass das Ortsschild der Gemeinde Durach jetzt ca. 150 m näher an den Duracher Kreisel herangerückt ist? Haben Sie deshalb ihre Geschwindigkeit an dieser Stelle bereits auf 50 km/h gesenkt? Unsere Beobachtung zeigt etwas anderes: Die Leute fahren genauso schnell wie vorher. Das wird erst anders, wenn an dieser Stelle ein Blitzer positioniert wird.
Kommen wir auf die Wohngebiete zurück: In diversen Untersuchungen wurde festgestellt, dass ca. 90 % des Verkehrs in diesen Gebieten von den dort wohnenden Bürgerinnen und Bürgern ausgelöst wird. Offenbar braucht es einen Impuls von außen, damit die Menschen in ihren Wohnstraßen diszipliniert fahren. Da wir keinesfalls überall Geschwindigkeitskontrollen durchführen können, weil z. B. die örtlichen Voraussetzungen ungünstig sind oder nicht zu allen Tageszeiten gemessen werden kann, ist es wichtig, dass sich die Menschen selbst trauen, ihre (vielleicht aus Gedankenlosigkeit zu schnell fahrenden) Nachbarn anzusprechen und ihr Unbehagen zu äußern.
Ich bin zuversichtlich, dass das, was in vielen Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg oder in Nordamerika geht, auch bei uns eines Tages selbstverständlich sein wird: Mit angepassten Geschwindigkeiten fahren, Fußgänger und Radfahrer zu achten und so für ein entspanntes Miteinander im Straßenverkehr zu sorgen.

Herzlichst

Ihr Gerhard Hock
Erster Bürgermeister