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Rathaus-Post 11. KW 2021

Gehölzpflegemaßnahmen entlang der Autobahn

Liebe Duracherinnen und Duracher,

vor einigen Wochen wurden an der Autobahn A980 sog. Gehölzpflegemaßnahmen durchgeführt. Der Aufschrei in Durach und Feuerschwenden war groß und bei näherer Betrachtung entpuppte sich diese Pflege (?) maßnahme als ein radikales „Auf den Stock setzen" aller in diesem Abschnitt wachsenden Bäume und Sträucher.
Am 10.02.2021 teilten wir der ehemaligen Autobahndirektion Südbayern (jetzt: Die Autobahn GmbH des Bundes) mit, dass wir für dieses Vorgehen keinerlei Verständnis aufbringen können. Die jetzt eingetroffene Antwort sorgt auf unserer Seite für Verwunderung und Ratlosigkeit. Laut der Sachbearbeiterin „war die Grundlage der Gehölzpflegemaßnahme – wie auch schon vor vier Jahren – die Anforderung durch das Bundesluftfahrtamt, im Bereich der Einflugschneise des Verkehrsflughafens Durach entsprechenden Bewuchs über 4 Meter Höhe zu entfernen. Da diese Anforderungen des Bundesluftfahrtamtes weiterhin bestehen und der Bewuchs bereits wieder über 4 Meter betrug, wurde der Rückschnitt beauftragt."
Dazu muss man wissen, dass es keine Behörde mit dem Namen „Bundesluftfahrtamt" gibt und der Duracher Flugplatz eben ein Flugplatz und kein Verkehrsflughafen ist. Es gibt zwar die Behörde Luftfahrtbundesamt, aber auch die ist nicht zuständig. Die Zuständigkeit liegt beim Land, das bei uns in Form des Luftamts Süd mit Sitz an der Regierung von Oberbayern agiert. Darüber hinaus bezweifelt die Behörde, dass die Vegetation überhaupt eine Lärmschutzwirkung hat und verweist hier auf fachkundige Erfahrungswerte. Der Effekt sei allenfalls psychologisch zu begründen, denn wenn Verkehr nicht zu sehen sei, sei er auch nicht zu hören.
Auch die Wuchtigkeit der Maßnahme verwundert. Der vom Luftamt Süd vorgegebenen Korridor soll auf einer Breite von 152 m „gepflegt" werden. Dies hat man großzügig auf 235 m aufgerundet. Leider hat eine Gemeinde keinerlei Einflussmöglichkeiten auf das Vorgehen dieser Behörde. Bereits unsere Versuche, die sich ständig vergrößernde Lärmwolke mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung zu verkleinern, scheiterten an irgendwelchen Vorschriften. Ich meine, solche Regelungen müssen zum Schutz der Menschen gemacht werden und nicht zum Schutz von Rasern, die ihren Geschwindigkeitsrausch erleben und ausleben wollen. Doch hier tut sich nichts und mit Blick auf das zuständige Bundesverkehrsministerium wird sich vermutlich auch nichts tun. Es ist den Verantwortlichen offenbar egal, dass hier viele Anwohner unter einer Dreifachbeschallung aus Autobahn, Flugplatz und Rettungshubschrauber leiden.
Interessant finde ich zudem, dass die Auftraggeber die ökologische Konsequenz ihres Handelns so gar nicht interessiert. Ist nicht jede Behörde in Bayern dazu verpflichtet, sich im Sinne des Bayer. Naturschutzgesetzes zu verhalten? Es wird Zeit, dass sich im Denken der Auftraggeber etwas ändert.

Herzlichst

Ihr Gerhard Hock
Erster Bürgermeister